Anfang 0001Die Idee war geboren und am 10. Juni 1970 fand im Gasthof zur Post in Freyung die Gründungsversammlung von Bergbegeisterten aus dem ehemaligen Landkreis Wolfstein statt. Es waren 42 Mitglieder anwesend (16 aus Freyung, 14 aus Waldkirchen und 12 aus den umliegenden Dörfern). Die Ortsgruppe Freyung wurde als Untergruppe der Sektion Passau gegründet und den Vorsitz übernahm Pfarrer Herbert Kessler aus Hinterschmiding.
Die Gründung der Ortsgruppe fiel in eine Zeit, in der es den Menschen in unserer Region wirtschaftlich immer besser ging. Gleichzeitig wuchs der Wunsch, die zunehmende Freizeit sinnvoll zu gestalten bzw. sportliche Aktivitäten mit Gleichgesinnten auszuüben. Schilifte wurden gebaut, der erste Golfclub wurde in Waldkirchen gegründet, Tennisplätze und Clubs entstanden und die bestehenden Sportvereine erweiterten ihr Angebot.
So fand nach der Gründungsversammlung am 09. Sept. 1970 das erste Treffen statt, wo Pfarrer Herbert Kessler einen Farblichtbildervortrag hielt. Hier wurde dann auch schon beschlossen, ein Tourenbuch anzulegen, welches dann Herr Dr. Fritz Lang stiftete. Auch wurde über das Winterprogramm der neuen Ortsgruppe diskutiert, das jedes Mitglied erhalten soll und das zunächst hauptsächlich aus gesellschaftlichen Zusammenkünften bestand. Es gab Vorträge, Diaabende und Reiseberichte einzelner Mitglieder. Die Abende waren durchwegs von großem Interesse, was die hohe Teilnehmerzahl bestätigte.
Am 14. Oktober 1970 fand der Sektionsabend in Waldkirchen statt, bei dem wiederum 40 Mitglieder der neuen Ortsgruppe Freyung anwesend waren. Außerdem gab es in diesem Jahr noch einen Hüttenabend auf der Ponyalm in Obergrainet und einen Diaabend mit Pfarrer H. Kessler, Dr. Johann Lenz und Rosa Buchberger – gezeigt wurden Farbdias über die Civetta, Wilder Kaiser, Skifahren im Juni und über die Überquerung der Kampenwand.
Das Vereinsleben begann im Januar 1971 mit einer Fortbildung: „Wie ich mit dem Bergseil umgehe“, die von Ossi Dellinger aus Passau geleitet wurde und bei der 26 Teilnehmer anwesend waren. Auch der Fasching kam 1971 nicht zu kurz: „Faschingsgaudi am Reiterberg“ bei Hinterschmiding war am 27. Jan. angesagt. Die erste Gemeinschaftsfahrt der Ortsgruppe fand am 5.-6. Juni 1971 zum Wilden Kaiser statt. 21 Mitglieder waren bei dieser Bergtour mit Hüttenübernachtung dabei und dieses beeindruckende Gemeinschaftserlebnis wurde sogar von zwei Teilnehmern in Versform festgehalten (nachzulesen in der Chronik). Außerdem besuchte die Ortsgruppe den Klettergarten in Fischhaus und im Herbst wurde der Hüttenabend am Reiterberg abgehalten.

In den folgenden Jahren fanden regelmäßig Filmvorträge, Advents- und Nikolausfeiern, Faschingskränzchen mit eigenem Prinzenpaar, Liederabende und Reiseberichte der Mitglieder auf die bekannten Berge wie Monte Rosa, Große Zinne und z.B. Ski- Hochtouren vom Mont Blanc bis zum Matterhorn statt,Peppel 0002 bei denen durchschnittlich 35 Teilnehmer anwesend waren. Das gesellschaftliche Leben hatte nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Ortsgruppe, so konnte am 19. Jan. 1977 der Vorstand Pfarrer Herbert Kessler seinen 50. Geburtstag im Hotel zur Post in Waldkirchen feiern, wo natürlich auch die Ortsgruppe standesgemäß vertreten war. Jährlich wurde ein Winterprogramm ausgearbeitet, im Sommer wurde jeweils eine Tourenpause eingelegt.
Im Programm 1980/81 stand geschrieben: „ An den meisten Samstagvormittagen sind wir beim Skifahren in Mitterfirmiansreut, an den meisten Sonntagen machen wir Skiwanderungen in der näheren Umgebung“. Am Samstag, den 21. Febr. 1981 kletterten acht Mitglieder der OG durch die tief verschneite und mit grün-blau schillerndem Eis meterdick verpackte Arber- Seewand (Eiswand). Postwendend kam ein Brief vom Forstamt in Bodenmais, wo Forstdirektor Sponsel eindringlich auf das Naturschutzgebiet des Arbersees und der Seewand hinwies – nachzulesen in unserer Chronik.
Die Jahre vergingen, die Mitgliederzahl stieg kontinuierlich und das Tourenprogramm wurde immer umfangreicher. Die sportlichen Aktivitäten traten immer mehr in den Vordergrund, so berichten die Mitglieder über ihre Touren in die Schweiz, nach Bolivien, über den Königsweg in Lappland bis zum Nordkap. Aber auch die Bayerwaldberge und die Alpen (vom Chiemgau über den Piz Palü bis zu den Dolomiten) kamen nicht zu kurz. Ab dem Jahr 1982 gab es erstmals auch ein Sommerprogramm mit 9 Touren.
Am Mittwoch, 18. Jan. 1984 fand im Gasthof Veicht in Freyung erstmalig ein Diaabend statt, in dem Max Pauli über seine Bergtouren (mit Dias) im abgelaufenen Jahr erzählte, dabei waren 35 Mitglieder anwesend. Franz Uhrmann hatte lt. unserer Chronik am 21. Jan. 1984 seine erste Skitour auf den Rachel für die Ortsgruppe unternommen.
Die OG Freyung feierte am 10. November 1985 ihr 15-jähriges Jubiläum mit einem 3-tägigen Festprogramm und Dankgottesdienst in der St. Gunther-Kapelle. Das gesellige Beisammensein fand in verschiedenen Gasthäusern in Freyung statt, incl. der Fotoausstellung mit annähernd 100 Bergfotos in der Sparkasse in Freyung.

Bei der Versammlung am 24. April wurde die Vorstandschaft erweitert: Kessler Pauli 0001
Stellvertreter:

  • Edi Asen, Waldkirchen
  • Ulla Scharrenbach, Freyung, zugleich Schriftführerin
  • Franz Sebald, Schatzmeister


„Ich hoffe, dass alle mit dieser Wahl zufrieden sind“

In all den Jahren seit Bestehen der Alpenvereins- Ortsgruppe Freyung sind jährlich das Faschingskränzchen am Reiterberg abgehalten worden, aber auch die jährlichen Hüttenabende fanden immer regen Zuspruch. Die im Jahreskreis angebotenen Tourenvorträge in Form von Dias und Filmen wurden von vielen Mitgliedern gerne besucht - lt. unserer Chronik waren immer etwa 30 - 40 Zuhörer anwesend.
Bei der Jahreshauptversammlung am 28. April 1989 im Gasthof zur Post in Freyung wurde Max Pauli zum 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Freyung gewählt.